Arbeitskreis Lokale Ökonomie Hamburg


Projektgemeinschaft gegenseitiger, solidarischer Hilfen

Barock

Die Epoche des Barock währte etwa von 1575 bis 1770. Als Kunstform des Absolutismus und der Gegenreformation ist der Barock durch üppige Prachtentfaltung gekennzeichnet. Von Italien ausgehend, verbreitete er sich zunächst in den katholischen Ländern Europas, bevor er sich in abgewandelter Form auch in protestantischen Gegenden durchsetzte. Entsprechend unterscheidet man den katholischen und den aristokratischen Barock vom bürgerlichen Barock.


Der katholische Barock war eine Reaktion auf die Reformation und den Rationalismus der Renaissance. Vertreter dieser Richtung waren Peter Paul Rubens und El Greco.
Peter Paul Rubens (geb. 1577 in Siegen / Westfalen, gest. 1640 in Antwerpen) der im allgemeinen dem katholischen Barock zugerechnet wird, war aber auch nicht abgeneigt, im Stile des aristokratischen Barock für seine fürstlichen Kunden Bildwerke zu schaffen.
El Greco (geb. um 1541 auf Kreta, gest. 1614 in Toledo) war ein Maler, Bildhauer und Architekt griechischer Herkunft und Hauptmeister des spanischen Manierismus.

Peter Paul Rubens - Die Himmelfahrt Mariä, 1616-18
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Der katholische Barock ist einerseits gekennzeichnet durch ein gegenreformatorisches Konzept und andererseits als Reaktion auf den Rationalismus und Realismus, der die beharrende Weltordnung bedrohte, zu verstehen. Die Kirche antwortete darauf mit der Inquisition und Verteufelung der Ketzer gleichzeitig ließ sie in der Kunst die göttliche Herrlichkeit in Bauwerken, Bildwerken, Texten und Musik inszenieren. Sie ließ mit der Nichtigkeit und Vergänglichkeit des irdischen Lebens drohen und propagierte die herrliche und himmlische Befreiung als Erlösungsperspektive. Die Pracht Gottes und seiner Schöpfung wird auf der Erde zelebriert und gleichzeitig wird die himmlische Erlösung von der Not des Lebens in einer so zu nennenden „Jenseits- oder Erlösungsperspektive“ in himmlische Sphären demonstriert. Die Herrschenden behaupteten ihre Macht als von Gottes Gnaden erhaltene – also absolute Macht. Sie erhoben sich selbst zur Perspektive und bestimmten das Volk in einen Standpunkt der Dienenden. Dies Gefüge fand seinen Ausdruck in der Architektur (z.B. Schloss Versailles) genauso wie in der Malerei.

Abgesehen von der rationalen perspektivischen Orientierung wird selbst in vielen Landschaftsbildern des Barock die perspektivische Konstruktion so angelegt, dass der Blick in lichteste Höhen oder in weiteste Fernen gelenkt wird. Besonders in der niederländischen Malerei wird mit der Lichtperspektive gearbeitet.


Ein berühmter Vertreter des bürgerlichen Barock war Rembrandt Harmenszoon van Rijn (geb. am 15. Juli 1606 in Leiden; gest. am 4. Oktober 1669 in Amsterdam). Er wird als der wichtigste niederländische Maler des 17. Jahrhunderts angesehen. Neben der Malerei widmete sich Rembrandt auch der Radierung und der Zeichnung.

Simeon und Hannah erkennen in Jesus den Herrn, 1627
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Das reformatorische Konzept: Glaubensinhalte sind in die irdische Situation eingebettet und vor allem die reformatorische Idee des gottgefälligen Wirkens der Menschen auf der Erde als Möglichkeit überhaupt auf die Gnade Gottes zu hoffen wird dargestellt. Der bürgerliche Barock feiert in der Bildgestaltung sich, den gottgefälligen arbeitsamen und erfolgreichen Menschen. Seine Leistungen in der von Gott gegebenen Welt bilden das Sujet der Kunst. Der bürgerliche Standpunkt ist die „Rechtschaffenheit“ und die Perspektive ist die Zurschaustellung des trotz aller Widerstände Erreichten. Selbst biblische Szenen werden als das was sie einst waren als reale Vorgänge auf die Erde verlegt.
Das Wissen um die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge beschäftigte das Denken der Zeit. In den unterschiedlichsten Ausdrucksformen (Literatur, Dichtung, Malerei) wurde das deutlich gemacht. Im Prinzip ist das als Reaktion auf den Rationalismus der Renaissance und der Reformation zu verstehen.

An dem betrachteten Bild fällt zunächst die Beleuchtungstechnik, in der Sprache der heutigen Technik, die "Spot"-Beleuchtung der zentralen Szene auf.
Dem gottgefälligen Wirken der Menschen wird mit einem wahren „Kramladen“ des Interieurs den vielen Genreszenen Gestalt gegeben.


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