Der Expressionismus entstand ebenfalls Anfang des 20. Jahrhunderts. Wichtige Vertreter des Expressionismus waren die Mitglieder der Künstlergruppen „Brücke“ (Ernst Ludwig Kirchner, Otto Müller) und „Blauer Reiter“ (Franz Marc, Wassily Kandinsky, Emil Nolde). Im authentischen Expressionismus, wollen die Künstler einen passenden Ausdruck für einen inneren Zustand finden. Das innerste bleibt mit bestimmten Erfahrungen vermittelt und ist subjektiv so überwältigend, das sogar die umgebende Luft mitvibriert. Die Luft ist selber schreiend.
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| Edvard Munch: Der Schrei, 1893 | Otto Müller: Zwei Mädchen im Grünen, 1926 |
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Die Kunst ist von Menschen gemacht. Seine eigene Gestalt ist das Zentrum aller Kunst, denn für alles Empfinden ist seine Form uns sein Maß Grundlage und Ausgangspunkt. - Ernst Ludwig Kirchner
Ernst Ludwig Kirchner: Selbstbildnis als Soldat, 1915
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Der brutale, menschenverachtende 1. Weltkrieg, die gnadenlose Ausbeutung der Arbeitenden in der Industrie, die Menschen und Natur verachtende Durchsetzung der Profitinteressen ... prägten das Leben. Das erlebten alle, die Künstler reagierten darauf. Sie waren genauso Betroffene und wollten die Spuren und Deformationen an Mensch und Natur zum Ausdruck bringen. Dem Bürger sollte der Spiegel vorgehalten werden, in dem er sich sehen kann, wie er wirklich ist. Kritik und Aufklärung mit der Utopie, die Menschen aufzurütteln.
Die Malweise vergröbert sich, nimmt in der Pinselführung und Farbführung die Gewalttätigkeit der industriellen Vorgänge und Bedingungen an. Am stärksten wirkt sich die Wahl des Sujets, die leidende, deformierte Menschheit und die massakrierte Natur, stilistisch in der Bildgestaltung durch.
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