Arbeitskreis Lokale Ökonomie Hamburg


Projektgemeinschaft gegenseitiger, solidarischer Hilfen

Klassische Moderne

Mit der „en plein air“-Malerei um 1860 in Frankreich kann man den Beginn der klassischen Moderne bestimmen. Auch hier, vor der Beschäftigung mit einzelnen typischen Werken, soll noch einmal die Gegenüberstellung funktionsgebundener und freier Kunst, die bis heute nebeneinander bestehen, gezeigt werden. So kann deutlich werden, wie der Standpunkt und die Perspektive sich unterscheiden. Generell kann man sagen, dass der Standpunkt in der gebundenen Kunst immer ideell oder ideologisch bzw. in der Kulturindustrie profitorientiert ist. Ziel dieser Kunst (man kann eigentlich nicht mehr von Perspektive sprechen) ist die ideelle, ideologische Beeinflussung des Fühlens, Denkens und Handelns (heute des Konsumverhaltens) der Rezipienten. In der freien Kunst nimmt der Künstler den Standpunkt des Entdeckers, Forschers und Experimentators ein. Seine Perspektive ist die unverfälschte Darstellung der Einzelheiten der Wirklichkeit, die Herausarbeitung des Wesentlichen. Das heißt Aufklärung. Die innewohnende, angestrebte Utopie ist das Aufrütteln der Menschen zu bewusstem emotionalen, rationalen und praktischen Verhalten. Die echte Moderne kennt keine idealen und harmonischen Vorbilder – sie stellt den Stoff vor Augen, aus dem der Rezipient die Möglichkeit einer besseren Welt erfahren kann.

In einem ersten Schritt war es das Ziel des Impressionismus, das Bestehende „zweckfrei“ wahrnehmbar zu machen. Auf dem Stand dieser Entwicklung blieben die Künstler nicht stehen. Die getreue Erfassung des Sichtbaren reichte ihnen nicht aus. Auch das Nichtsichtbare, das doch ebenso vorhanden ist, sollte mit der Absicht der Aufklärung vor Augen gestellt werden (Expressionismus). Und zeitgleich: sollte man die Bausteine des Sichtbaren und Nichtsichtbaren entdecken, so hätte man die Möglichkeit, über das was man gemeinhin wahrnimmt, Bildwirklichkeiten zu erzeugen. Die verwendeten natürlichen Bausteine würden dann den Wahrheitsgehalt der Bilder garantieren. Sie ließen keine vagen Hirngespinste zu (Kubismus). In einer zweiten Stufen experimentieren die Künstler auf dem Stand ihrer Entdeckungen und mit ihren fortgeschrittenen Mitteln, um Aufklärung und Kritik zum Zustand der Wirklichkeit zu betreiben. Man kann sagen, dass sie in ihrer jeweiligen Wirklichkeit angekommen sind und sich nun als Künstler einmischen (DADA).


Zurück zum RealismusEinführungWeiter zum Impressionismus

Powered by PmWiki Hosted at Hostsharing eG