Arbeitskreis Lokale Ökonomie Hamburg


Projektgemeinschaft gegenseitiger, solidarischer Hilfen

Klassizismus und Historismus

Theobald von Oer (1807 – 1885) war ein Vertreter der klassizistischen Malerei und wurde besonders durch sein Portrait-, Genre- und historischen Gemälde bekannt.

Theobald von Oer - Weimarer Musenhof, 1860
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Die Erfahrung der schwierigen Durchsetzbarkeit der Ideale der Französischen Revolution (Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit) und deren Pervertierung in der Phase der Jakobinerdiktatur (1793/94) hatten einen generellen Einfluss auf den gesamten deutschen Kulturbetrieb wie z. B. auf die Autoren der Weimarer Klassik. Einen weiteren Bezugspunkt stellt die Literatur des Sturm und Drang dar: Auch hier konnte ein aus der Aufklärung resultierender Wertekonflikt, hier zwischen Vernunft und Gefühl, nicht befriedigend gelöst werden und führte zu zahlreichen Katastrophen in den Texten (vgl. Selbstmord Werthers in Goethes Die Leiden des jungen Werthers). Als Reaktion auf diese Erfahrungen steht im Zentrum des klassizistischen Kunstkonzepts das Streben nach einem harmonischen Ausgleich der Gegensätze - denn genau dieser Ausgleich war ja in der Realität der Französischen Revolution und der Literatur des Sturm und Drang gescheitert und führte zu deren zunehmender Eskalation. In Anlehnung an das antike Kunstideal wird in der Klassik nun nach Vollkommenheit, Harmonie, Humanität und der Übereinstimmung von Inhalt und Form gesucht. Der Standpunkt ist ein intellektueller Anspruch mit der Idealperspektive der Vollendung ähnlich dem antiken Vorbild.

Was an ursprünglich vorhandenem Stilisationswillen (Vorbildlichkeit der antiken Formgebung – Einheit von Form und Inhalt) zur kulturellen Beeinflussung des Denkens gewollt war, verkommt in der Ästhetisierungsfunktion.


Arnold Böcklin (1827 - 1901) war ein Vertreter des Historismus.

Arnold Böcklin - Heiliger Hain, 1886
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Das Bedürfnis des Adels sich einen neuen Geltungsanstrich zu geben bestimmt einerseits die Stilbestrebungen und andererseits soll der Geltungsanspruch des Bürgertums dokumentiert und zur Wirkung gebracht werden. Böcklins berühmtes Gemälde Heiliger Hain (1886) ist von antiken Kulten inspiriert. Mit theatralischen Mitteln inszeniert Böcklin hier einen vergangenen Ritus als Gegenbild zu einer materialistischen Gegenwart.

Mal-, Konstruktions- und Kompositionstechnisch entwickelt sich aus dem akademischen Fundus - schrittweise - eine Veränderung, angestoßen durch die Erscheinung und die Erscheinungsweise der Wirklichkeit: Plain aire – Impression – Expression mit den Folgen der Farbauffassung und –Wiedergabe, der Modifikation der Arbeitstechnik und letztlich der Reduktion der Kompositionstechnik.


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