Arbeitskreis Lokale Ökonomie Hamburg


Projektgemeinschaft gegenseitiger, solidarischer Hilfen

Realismus

Das 19.Jh. kennt eine sich immer stärker ausprägende Beteiligung der Künstler am gesellschaftlichen Diskurs. Diese Beteiligung ist auch Ursache der oft sich widersprechenden Bildformen und Bildinhalte der Zeit. Ebenso liegt in der Beteiligung der Grund für das verschwinden der sogenannten Stile der Zeit. Stilisation wird subjektiv und situativ einerseits partikulär und andererseits subjektiv (noch in den Anfängen von „Künstlergruppen“ getragen). Neben dem Klassizismus und Historismus setzt sich gleichzeitig aber gegen die ideologisch begründete Stilisierung auch die ursprüngliche Intention der künstlerischen Artikulation durch, dem Sichtbaren, dem Wahren, und dem Bestehenden eine im Bild erfahrbare unverfälschte Gestalt zu geben.

Die nun beginnende Entwicklung der Kunst wird bestimmt durch die Trennung der „freien Künstlerschaft“ von der an Auftraggeber gebundenen Künstlerschaft. Freie Kunst und Auftragskunst lassen sich in Form und Funktion deutlich unterscheiden. In der freien Kunst stellen die Erscheinungen der Wirklichkeit dem Künstler die Aufgaben bzw. er sucht sich seine Aufgaben – in der abhängigen Kunst bestimmt der Wille des Auftraggebers die Arbeit. Beide Formen der Kunst bestehen bis heute nebeneinander. Ihr Gegensatz hat sich nur noch gesteigert: Aus der abhängigen Kunst hat sich die kulturindustrielle Sparte mit der geforderten „Ästhetisierungsfunktion“ abgesondert. Die freie Kunst dagegen wird immer radikaler mit dem Aufgreifen des kleinsten Details und der schärfsten Kritik des Bestehenden, gar mit der Erschaffung einer „Bildwirklichkeit“ im Gegensatz zur bestehenden Wirklichkeit.


Adolph von Menzel (1815 – 1905) war der bedeutendste Vertreter des Realismus.

Eisenwalzwerk (Moderne Cyklopen), 1872-75
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Es beginnt die Zeit der intensiven Beobachtung des Sichtbaren und mit der Herauslösung und Darstellung des „Entdeckten“ die Hinwendung zu den „Individua“. Das Sichtbare soll wegen seiner „Eigenart“ wahrnehmbar gemacht werden. In diesem Standpunkt und mit dieser Perspektive beginnt die „Moderne“.

Aufbahrung der Märzgefallenen, 1845Atelierwand, 1872
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Die Aufbahrung der Märzgefallenen (1848) zeigt Menzels große Anteilnahme an den Ereignissen der Märzrevolution in Berlin. Aus Enttäuschung über das Scheitern der Revolution blieb das Bild unvollendet. Die gespenstisch mit Gipsabgüssen und Totenmasken behängte Atelierwand (1872) ist ein verschlüsseltes Manifest über die Vergänglichkeit und ein Vorläufer der surrealen Bildwelten des 20. Jahrhunderts.


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