Arbeitskreis Lokale Ökonomie Hamburg


Projektgemeinschaft gegenseitiger, solidarischer Hilfen

Renaissance

Das Wort Renaissance bedeutet Wiedergeburt. Bezogen auf seinen Ursprung bedeutet der Begriff die „kulturelle Wiedergeburt der Antike“. Im weiteren Sinne meint Renaissance daher die Wiedergeburt des klassischen Altertums in seinem Einfluss auf die Wissenschaft, die Literatur, die Gesellschaft, das Leben der vornehmen Kreise und die Entwicklung der Menschen zu individueller Freiheit im Gegensatz zum Ständewesen des Mittelalters. Die Anfänge der Epoche der Renaissance liegen im 14. Jahrhundert in den italienischen Stadt- und Handelsstaaten; als Kernzeitraum gilt das 15. und 16. Jahrhundert.


Lucas Cranach der Ältere (1472 in Kronach – 1553 in Weimar) geboren als Lucas Maler, Sohn des Kronachers Hans Maler und dessen Frau Barbara, war er das älteste von insgesamt neun Kindern. Seine erste künstlerische Ausbildung erhielt er vermutlich durch seinen Vater, danach dürfte er als Geselle auf Wanderschaft gegangen sein. 1505 erschien er erstmals in den Urkunden der Stadt Wittenberg und bekam eine Anstellung als Hofmaler bei Kurfürst Friedrich dem Weisen von Sachsen. Dort richtete er eine Werkstatt ein, die bald blühte und wuchs; zu ihren Aufgaben gehörte nicht nur die Ausstattung von Kirchen und Schlössern mit Gemälden, sondern auch Entwürfe von Festdekorationen. Auch beschäftigte er sich bald mit Druckgrafik (Holzschnitte etc.), die er teilweise selbst frei vertrieb. 1508 wurde er vom Kurfürsten in diplomatischem Auftrag in die Niederlande gesandt, wo er Porträts von Kaiser Maximilian I. und von dem späteren Kaiser Karl V. anfertigte. Von 1512 an betrieb er einen Weinausschank, 1520 konnte er sich in Wittenberg eine Apotheke kaufen, wenige Jahre später ist er auch als Buchhändler, Papierhändler und Verleger nachgewiesen. 1524 traf er Albrecht Dürer in Nürnberg; bei dieser Gelegenheit fertigte Dürer ein Silberstiftporträt Cranachs an. Ab 1519 übte Cranach in der Verwaltung von Wittenberg verschiedene Positionen aus, u.a. als Bürgermeister. Dort schloss er auch Freundschaft mit Philipp Melanchthon und Martin Luther. Bei letzterem fungierte er zusammen mit seiner Ehefrau als Trauzeuge bei dessen Heirat mit Katharina von Bora und war Taufpate von Luthers ältestem Sohn. Cranach entwickelte sich nicht nur zu dem charakteristischen Maler der deutschen Reformation, er wirkte auch mittels seiner Grafiken in reformatorischen Schriften landesweit in der geistigen Auseinandersetzung dieser Zeit. Im Alter von 81 Jahren starb Lucas Cranach der Ätere am 16. Oktober 1553 im Haus seiner Tochter Barbara in Weimar. Seine letzte Ruhestätte fand er dort auf dem Jakobsfriedhof; auf seinem Grabstein wird er als "der schnellste Maler" bezeichnet.

Die Kurfürsten von Sachsen, nach 1532
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Die Zeit der Renaissance und der Reformation ist eine Zeit des Wandels des Denkens und der Wahrnehmung der Welt. Der Standpunkt und die Perspektive sind nun: Vom Hier und Jetzt geht der Blick auf das Irdische, es ist der Blick auf die Welt von einem Punkt in der Welt. Zur religiösen Funktion der Kunst kommt die soziale und die wissenschaftliche hinzu. Obwohl die weltliche Ordnung im Umbruch ist, erscheint die Gesellschaftsordnung für die "Herrschenden" noch nicht fragwürdig. So wird dann auch bei weltlichen Prestigebildern nicht am Wahrheitsgehalt der Bilder gezweifelt. Mit dieser "Ordnungssicherheit" geht das perspektivische Prinzip einher. Es ist eine rein physikalische Konstruktion und damit bezeichnenderweise der zeitgemäße Ausdruck der Ablösung der religiösen Orientierung durch die weltliche. Die sichtbare Welt wurde zum Vorbild, ihre Darstellung ergab die Bühne in der reale Figuren und Ereignisse ebenso wie reale und denkbare Geschehnisse eingearbeitet wurden. Noch aber beherrscht selbst bei einem Standpunkt in der Zeit und in der wahrgenommenen Wirklichkeit die Suche nach dem „göttlichen Plan“ in der Welt das Denken und Handeln der Künstler. So lässt sich auch ihre Perspektive derart beschreiben, dass die Schöpfung Gottes in allen Dingen in akzentuierter Form dargestellt werden sollte. Der Renaissance Künstler war auch bestrebt, gottähnliche Schöpfungen hervorzubringen. Einerseits entdeckten diese Künstler so die Welt ganz neu und andererseits erwachte dabei ein ungeheuer neues Selbstbewusstsein, dass zu einem kritischen Standpunkt gegenüber der kirchlichen Lehre und der weltlichen Ordnung führte: in diese Zeit fallen die Entdeckungen, die Wiederentdeckung des Wissens der Antike, die Reformation, die Bauernkriege, die bahnbrechenden Erfindungen usw.

Das Bildnistriptychon dient zur Darstellung des Anspruches auf die Kurwürde und zur Mitteilung über die Leistungen der souveränen Herrschaft. Die Landschaft verbindet die drei Tafeln. Die monumentale Darstellung der Personen wird kombiniert mit dem Text- und Wappenband an der Bildunterkannte. Das Bildtriptychon ist eine säkularisierte Form der christlichen Altarform: Mitteltafel, Seitentafeln als Ergänzung der Haupttafel und Predella: das Kommentarelement wird zum Argumentationselement.


Ergänzend: Als ein Beispiel für die Brüchigkeit des Bewusstseins der Diesseitswendung und des Zweifels an der existentiellen Relevanz dessen soll hier ein Bild von Barthel Beham (1502 - 1540) dienen.

Die Vergänglichkeit des Irdischen (Vanitas), 1540
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