Arbeitskreis Lokale Ökonomie Hamburg


Projektgemeinschaft gegenseitiger, solidarischer Hilfen

Finanzen

Wie soll eine Projektgemeinschaft, die den Einfluss von Waren und Geld in ihrem Inneren zurückdrängen will, mit Geld umgehen ?

Der Arbeitskreis Lokale Ökonomie hat in seinem Konzeptpapier („So viel Erwerbsarbeit wie nötig, so viel Gemeinschaftsarbeit und freie Zeit wie möglich“) folgende Zweisträngigkeit beschlossen: Einerseits versuchen wir einen 'Frei'raum gegenseitiger Hilfe zu schaffen, der zu einer Gemeinschaftsarbeit übergehen soll. Andererseits wollen wir mit der äußeren 'Warenwelt' so umgehen, dass wir die Deckung unserer persönlichen Kosten (für Miete, Essen usw.) versuchen hereinzubekommen, ohne unsere gesamte Lebenszeit dort zu lassen.

Deshalb wollen wir einen wachsenden Freiraum für eine freie Entfaltung, eine 'Vermenschlichung' unserer Neigungen, Tätigkeitsimpulse, Bedürfnisse schaffen. Auch unterstützen wir uns hier und da bei der Bewältigung der Erwerbsarbeit.


Die Projektgemeinschaft wirtschaftet, was das Geld anbelangt, zur Deckung der Kosten der Gemeinschaft (Räume, Transporter, Telefone,...) in eine gemeinsame Kasse. Diese Gemeinschaftskasse hat nur buchungs-technische Untergliederungen, die jedoch nicht bedeuten, dass einzelne Projekte für sich wirtschaften.

Der allergrößte Teil der monatlichen Einnahmen sind die vielen Kleinspenden der Nutzerinnen des Projektes Umsonstladen, des Kleinmöbellagers und der Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt. Auch weitere Projekte und stundenweise Nutzungsüberlassung der Räume tragen einen kleinen Teil unserer Kosten. Jedoch werden keinem Projekt seine Kosten "aufgerechnet". Wir tragen das Ganze seit über 9 Jahren gemeinsam, alle so gut sie können.

Die Beiträge der Aktiven, 3 Euro plus x im Monat, je nach Selbsteinschätzung, sind ebenfalls ein kleiner, aber auch entscheidender Teil unserer Einnahmen. Bei den Ausgaben prüfen wir immer erst, ob wir eine Lösung ohne Geld oder mit weniger Geld finden.


Grundsätze:

1.) Weiterhin finanzieren wir unsere laufenden Kosten 100 Prozent aus eigener Kraft und durch Kleinspenden der NutzerInnen. Das ermöglicht uns eine Unabhängigkeit von Kräften, die uns einen marktunkritischen Kurs verordnen könnten. Einmalige Sach- und Geldspenden werden gern angenommen.

2.) Auch versuchen wir weiterhin, ohne uns gegenseitig dabei zu nötigen, unsere Grundkosten so niedrig wie möglich zu halten. Was wir gebraucht bekommen können, muss nicht gekauft werden.

3.) Um es klar zu sagen: Wir gehen nicht mit Geld um, um es zu vermehren, sondern um seine Bedeutung gegenüber den unmittelbaren menschlichen Beziehungen zu schmälern. - Unser gemeinsames Geld deckt unsere Kosten. Darüber hinaus wird es nur dort eingesetzt, wo die Ansätze der direkten gegenseitigen Hilfe gestärkt werden können (z.B. Hilfen für entstehende Projekte...). Durch eine Verdichtung der gegenseitigen Hilfe könnte die Bedeutung des Geldes für uns weiter abnehmen.


Eine Übersicht über die Ein- und Ausgaben wird regelmäßig im Arbeitskreis öffentlich vorgestellt. Um Transparenz zu fördern, bitten wir einmal im Jahr ein oder zwei unabhängige Vereinsmitglieder unsere Kasse und Buchführung zu prüfen.



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