Arbeitskreis Lokale Ökonomie Hamburg


Projektgemeinschaft gegenseitiger, solidarischer Hilfen

GedankenZuThese7

„Warengesellschaft und Staat“

Gedanken von V. L. zu These 7:

Wichtig erscheint es mir, in diesem Zusammenhang noch auf die möglichen Freiräume hinzuweisen, die sich der Einzelne selbst schaffen kann, um der Versklavung durch die Mechanismen des Marktes zu entgehen. Einerseits gilt es, das herrschende Gerede vom allgemeinen Mangel, als künstlich herbeigeredet zu durchschauen. Gerecht verteilt, wäre genug für alle da und das Nötige ohne allzu große Anstrengung zu erarbeiten, würde man nur nicht so allgemein von anderen (wahrscheinlich besseren) Formen gesellschaftlicher Organisation zurückschrecken („nur keine Experimente“). „Luxus für alle“ wäre andererseits auch kaum machbar und letztlich auch nicht erstrebenswert. Es werden doch heute schon zu viele unnütze Dinge produziert, die die natürlichen Ressourcen belasten.

Indem der Einzelne seine eigenen Bedürfnisse und sein Konsumverhalten kritisch hinterfragt „Was brauche ich wirklich? Muss ich mir das wirklich neu kaufen – mich gar deswegen verschulden? Oder tut es nicht auch etwas Gebrauchtes?“ , oder besser noch: „Wäre es nicht interessant, das Benötigte selbst anzufertigen? Muss ich das jetzt wegwerfen, oder kann ich es vielleicht selbst reparieren usw..“ (Idealerweise sollte man nur die Technik benutzen, die man auch versteht.), so kann er sich selbst schrittweise von den Abhängigkeiten des Marktes befreien und gewinnt an Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Er oder sie braucht dann weniger Geld, muss weniger arbeiten, gewinnt mehr Zeit für sich selbst. Einem totalen Konsumverzicht soll hier nicht das Wort geredet werden. Es ist aber wichtig, dass sich der Einzelne bewusst wird, dass sein Verhalten in dieser Hinsicht einen politischen Einfluss hat. Das heißt konkret: besser weniger (das ist mehr), aber dafür keine Produkte kaufen oder konsumieren, für deren Herstellung andere Menschen besonders ausgebeutet (z.B. Kinderarbeit und dergleichen) oder die Umwelt geschädigt wurde. Das ist sicher nicht immer leicht, weil wir es gewöhnt sind, auf den Preis zu achten und uns das auch neuerdings als Tugend eingeredet wird. „Geiz ist geil“ ?

Es gilt sich zu entscheiden und neue Prioritäten zu setzen. „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ (Luxus, Reichtum ...) (Matthäus 6, 24). Letztlich hat jemand nur so viel begriffen, wie auch sein Leben ausdrückt.


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